Sonntag, Oktober 31, 2004

Moore schickt scharenweise Prüfer

Der umstrittene Filmemacher will Hunderte Beobachter mit Kameras vor Wahllokalen in Ohio und Florida postieren.

Dies sei eine Botschaft an diejenigen, die eine Stimmabgabe unterdrücken wollten, erklärte Moore am Samstag (Ortszeit): „Einschüchterung der Wähler ... wird nicht toleriert.“


Vielleicht nicht die Einschüchterung von Wählern. Aber bei den Nichtwählern wird es nicht gerade Vertrauen schaffen, daß mit diesen Kameras dummerweise auch dokumentiert werden kann, wer seinen Bürgerpflichten nicht in gebührender Weise nachgekommen ist.

Bei allem Verständnis für Moore's (n)ostalgische Liebe zur untergegangenen DDR, aber das Registrieren von Nichtwählern paßt nicht mehr so ganz in die Zeit nach 1989. Also ab nach Key West, Mikey-Baby, Marc wartet schon im Paddelboot.

Freitag, Oktober 29, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Zweifel am US-Wahlsystem: Wenn der Verlierer gewinnt

Kurz vor der Präsidentschaftswahl gerät das amerikanische Wahlrecht erneut ins Kreuzfeuer. Kritiker bemängeln, es benachteilige kleine Parteien und verzerre die Machtverhältnisse. Colorado will jetzt auf eigene Faust ausscheren. Ein Wahl-Chaos scheint programmiert.

Ach, Marc, Du Pappnase, hättste halt in der Schule mal besser aufgepaßt, anstatt Papierkügelchen auf Deine Angebetete zu verschießen, dann wärst Du jetzt nicht so überrascht. Das ganze nennt man Mehrheitswahlrecht, und das hat weder was mit Amerika noch mit George W. Bush zu tun, und ist auch nicht so neu oder so spektakulär, daß man ein paar Tage vor der Wahl anfangen müßte darüber zu staunen.

In Großbritannien haben die Konservativen auch schon mit weniger Stimmen als Labour die Wahlen gewonnen. Und bevor Du da jetzt eine anti-konservative Verschwörungstheorie drauf aufbaust, es hat dort auch Labour schon mit weniger Stimmen die Konservativen geschlagen. Frag mal die britischen Liberalen, wieviele Sitze sie all die Jahre mit 20 Prozent der Stimmen hatten.

Mußte deswegen der Untergang des Abendlandes ausgerufen werden? Nein. Hat nämlich bisher niemanden gestört. Und zwar zurecht, denn solange beide Seiten gleichermaßen davon profitieren können, ist das unerheblich. Und den Nachteilen des Mehrheitswahlrechts stehen Vorteile gegenüber, die es zumindest als gleichberechtigt neben dem Verhältniswahlrecht erscheinen lassen.

So haben anders als hierzulande rechts- oder linksradikale Parteien keine Chance. Das Mehrheitswahlrecht erzwingt geradezu eine Mäßigung der Parteien, weil ohne den Sieg in der politischen Mitte keine realistische Chance auf Parlamentssitze besteht. Auch sind Regierungen in Staaten mit Mehrheitswahlrecht auch ohne undemokratische Hilfsmittel wie 5%-Klauseln stabil.

Ferner sind im Mehrheitswahlrecht die gewählten Volkvertreter ihren Wählern verantwortlich und nicht wie im Verhältniswahlrecht den Präferenzen zwielichtiger Parteifunktionäre, die in irgendwelchen Hinterzimmern nach persönlichen Vorlieben Landeslisten auskungeln. Parteien sind dort verglichen mit unserem System vergleichsweise machtlose wie basisdemokratische Wahlbündnisse, mehr nicht.

Mein Vorschlag, Marc: Flieg nach Florida, schnapp Dir in Key West ein Boot und paddel nach Kuba. Da ist die Welt noch in Ordnung. Die mögen Deinen Stil, glaub mir. Aber verschon' uns bitte in Zukunft mit Deinen so erbärmlichen wie inkompetenten USA-"Berichten". Ach ja, und nimm Michael Moore mit. Zu zweit seid Ihr schneller da, und ihr beiden Kasper habt Euch bestimmt ne Menge zu erzählen.

Neues von Arafat

DEBKAfile’s Exclusive sources report: Arafat's destination is a closed hospital for VIPs located in the Val de Grasse military compound in Paris. Two Jordanian helicopters picked up the ailing Paletinian leader from his Ramallah compound at 0730 hours IST and flew him to Amman. There, a French presidential hospital plane was waiting to take him directly to the Paris medical facility. His physician Dr. Ashraf Kurdi confirmed low blood platelet count but said tests needed to establish cause.

Arafat wurde von ZWEI Hubschraubern ausgeflogen? Das läßt allerdings hoffen. ;-)

Mittwoch, Oktober 27, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Wahlempfehlung: "Bild" kämpft für Bush

Als erste europäische Zeitung habe "Bild" eine Empfehlung für die am 2. November stattfindende Präsidentenwahl veröffentlicht, teilte das Boulevardblatt mit. Allerdings verrät das Blatt nicht, was es mit dem Bekenntnis bezwecken will. Denn den US-Wählern dürfte die Empfehlung herzlich egal sein.

Seltsam. Ich hätte schwören können, daß der SPIEGEL selbst kürzlich über die "Operation Clark County" des britischen "Guardian" (die entgegen hinterher aufgestellter Schutzbehauptungen im übrigen ursprünglich durchaus nicht als Witz gemeint war) berichtet hätte. Vielleicht haben die ach so super gebildeten SPIEGEL-Redakteure aber vor lauter Starren auf die "Achse des Friedens" auch einfach nur vergessen, daß London und nicht Wladiwostok in Europa liegt.

Im übrigen muß man bei einer Wahl zwischen zwei Kandidaten nicht zur Wahl eines davon aufrufen, um eine Wahlempfehlung abzugeben. Es reicht, sich gegen die Wahl des anderen auszusprechen. Und das hat der SPIEGEL wie die meisten deutschen Medien nun wahrlich bis zum Abwinken getan.

So gesehen muß man der BILD-Zeitung tatsächlich eine gehörige Portion Mut unterstellen, sich so offen gegen den Zeitgeist (und vermutlich auch gegen die weit überwiegende Mehrheit ihrer eigenen Leser!) zu stellen. Da kann ich nur sagen, Hut ab, das hätt ich ihr nicht zugetraut!

Das ganze beeindruckt umso mehr, wenn man sich erinnert, daß Jeff Gedmin vom Aspen Institute vor Jahr und Tag auf einen SPIEGEL-Mitarbeiter hinwies, der ihm gegenüber unter der Hand zugab, daß die kommende scheußliche antiamerikanische Hetzpropaganda im SPIEGEL nicht unbedingt so gemeint sei, aber wegen der Erwartungen der Leser mit Blick auf die Auflage als Redaktionslinie durchgedrückt werde.

Nur in einem hat der SPIEGEL recht: Seine Anti-Bush-Propaganda ist den US-Wählern tatsächlich herzlich egal.

Weekly Reader Presidential Poll

Das ist ja goldig! Das gibt dem Spruch "Kindermund tut Wahrheit kund" eine völlig neue Bedeutung.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Irak: US-Regierung spielt Sprengstoff-Affäre herunter

Heikle Nachricht mitten in der heißen Phase des US-Wahlkampfes: 380 Tonnen Sprengstoff sind im Irak verschwunden. Das Weiße Haus in Washington spielt den mysteriösen Vorfall jetzt herunter - es handele sich nur um konventionellen Sprengstoff. Bush-Herausforderer Kerry nutzt die Gelegenheit zur Abrechnung.

Peinlich, peinlich, SPIEGEL! Da stürzt Du Dich zusammen mit Deinem Wunschkandidaten Kerry auf eine Pseudonachricht und übersiehst dabei, daß ein paar Tonnen Sprengstoff völlig irrelevant sind in einem Land, das von allem was kracht und knallt auch vorher schon förmlich überquoll (Saddam hat bereits vor dem Krieg grob geschätzt wohl locker das tausendfache dieser Menge für den geplanten "Widerstand" beiseite legen lassen).

Angesichts hundertausender Tonnen von bereits aufgespürtem und unschädlich gemachtem Sprengstoff gibt's da nicht mal was herunterzuspielen. Die SPIEGEL-Panik ist einfach nur noch lächerlich. Wenn das Hauptproblem der alliierten Truppen im Irak ein paar Promille Feuerwerkskörper mehr oder weniger wären, dann wäre der Spuk schon lange vorbei.

Im übrigen mag es den Terroristen im Irak ja an vielem fehlen - z.B. gesundem Menschenverstand, vernünftigen Argumenten, einem berechtigten Anliegen oder minimalen zivilisatorischen Standards -, aber wenn sie von etwas mehr haben als von Waffen und Munition, dann ist das höchstens noch die Gesamtmenge der ihnen zur Verfügung stehenden Dummheit in der westlichen Öffentlichkeit.

Und genau diese Dummheit, gepaart mit der Gier nach gegen Bush verwendbaren Nachrichten, auch wenn es gerade keine gibt, führt dann dazu, daß Berichte zunächst veröffentlicht und erst dann geprüft werden. Denn, lieber SPIEGEL, der Sprengstoff war schon weg, bevor die US-Truppen ihn sichern konnten. Und die Top-News waren 1 1/2 Jahre, nachdem sie bereits widerlegt waren, nicht mehr wirklich eine Neuigkeit.

Aber selbst das gewohnte taktische Geschick ist dem SPIEGEL inzwischen offenkundig verloren gegangen. Fast wehmütig denkt man da an die Zeiten von Barschel & Co. zurück, als der SPIEGEL CDU/CSU-Skandale und -Skandälchen oft zufällig gerade kurz vor irgendeiner Wahl aufdeckte. CBS hat das mit der Sprengstoff-Geschichte auch vorgehabt, und deshalb stehen die anders als Ihr jetzt auch nicht ganz so blöd da.

Woraus wir lernen, daß auch für vorzeitige Publikation gilt: "Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben".

Dienstag, Oktober 26, 2004

Bob's Diary

Brüllende Teenager, resolute Bischöfe, nachdenkliche Republikaner - Bush-Wähler können auch nett sein.

Wer hätte das gedacht? Eigentlich konnte man nach der bisherigen USA-Berichterstattung der hiesigen Medien gesichert davon ausgehen, daß anders als die freundlichen, liberalen, toleranten, weltoffenen und fortschrittlichen Kerry-Fans die Bush-Wähler allesamt finstere, rückständige, gemeingefährliche, rechtsradikale oder grenzdebile Monster sind. Aber zum Glück gibt es ja eine Zeitung, die die Maßstäbe wieder zurechtrückt und uns freundlicherweise daran erinnert, daß Ausnahmen unter den Anhängern der Republikaner keine Un(ter)menschen sind. Tja, Redakteure der Süddeutschen können eben in seltenen Fällen auch einzelne Sätze schreiben, bei denen nicht jede Teilaussage grundsätzlich gleich vollständig idiotisch sein muß.

Montag, Oktober 25, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ US-Wahl: Teurer Endspurt

In der letzten Woche vor der US-Präsidentenwahl greifen Republikaner und Demokraten noch einmal tief in die Kasse: Insgesamt 40 Millionen US-Dollar wollen die Parteien allein in TV-Spots investieren. Unterdessen lehnte es die US-Regierung ab, Opfer von Kriegseinsätzen im Irak zu entschädigen.

Ja, da kennen wir Deutschen uns aus: Wenn jemand weiß, wie ungerecht es ist, daß die Opfer der angloamerikanischen Kriegsmaschinerie keine Entschädigungszahlen erhalten, dann ja wohl wir! Deswegen sollten alle aufrechten Volksgenossen den nächsten SPIEGEL kaufen, um seinen mutigen Kampf gegen die alliierte Siegerjustiz zu unterstützen. Zuschriften betroffener Zivilisten, deren arische Vorfahren damals Schäden an Leib und Leben oder Haus und Hof erlitten haben, bitte unter dem Betreff "Reparationsforderungen wegen US-Bombenterror" an die SPIEGEL online-Leserbriefredaktion, Brandstwiete 19, 20457 Hamburg.

Donnerstag, Oktober 21, 2004

Davids Medienkritik

David's Medienkritik ist ja eigentlich eh schon in der Blogroll, aber heute gibt's einen Extraverweis darauf. Denn es gibt endlich wieder eine neue Folge von "Earlier at mission control…"!!! Wer sich öfter fragt, was in der SPIEGEL online-Redaktion so alles hinter verschlossenen Türen passiert, für den ist diese wirklich urkomische Rubrik absolutes Pflichtprogramm!

Mittwoch, Oktober 20, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ US-Wahlkampf: Kerry kann in Swing States punkten

Bush hatte Iran zusammen mit dem Irak und Nordkorea in einer "Achse des Bösen" eingereiht und beschuldigt, Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida Unterschlupf zu gewähren. Die Demokratische Partei pflegt in ihrer Außenpolitik dem Thema Achtung der Menschenrechte mehr Bedeutung zuzumessen als die Republikaner.

Also das ist ja frech! Die Unterdrückung des irakischen Volkes durch den Ba'ath-Faschismus reicht den Demokraten nicht als Kriegsgrund aus, Kerry hat öffentlich angekündigt, das Projekt der Demokratisierung der arabisch-muslimischen Welt wieder zu begraben, und jeder Versuch, Terrorregime zu stürzen, wird als neokonservative Kriegstreiberei diffamiert. Wenn sich die Demokraten seit neuestem tatsächlich für die Menschenrechte einsetzen, dann wissen sie's aber verdammt gut zu verstecken.

Dienstag, Oktober 19, 2004

Massengrab mit Kinderskeletten gefunden

In einem Massengrab im Nordirak haben US-Ermittler nach einem Bericht der BBC Skelette von Kleinkindern mit ihrem Spielzeug im Arm und von ungeborenen Babys gefunden. Die Ermittler des Irakischen Sondertribunals (IST) sehen darin Belege für Verbrechen des Regimes von Saddam Hussein.

Wäre interessant zu erfahren, für was das denn sonst Belege sein könnten. Etwa für eine plötzliche Grippewelle? Die Invasion der Körperfresser? In jedem Fall ist es aber auch ein Beleg für das verachtungswürdige moralische Versagen der Kriegsgegner, seien es angeblich von Srebrenica betroffene deutsche Außenminister, die immer noch nicht "convinced" sind; seien es zynische französische Präsidenten, die selbst dem Teufel persönlich helfen würden, wenn es nur die Amerikaner ärgert; seien es gemeingefährlich naive Friedensfreunde, die unter Frieden offenkundig den Frieden der Friedhöfe verstehen. Sie sind allesamt mitschuldig, und zwar umso mehr, als dieses Terrorregime noch weitermorden würde, wenn sie sich durchgesetzt hätten. Man schämt sich wirklich, Europäer zu sein.

Sonntag, Oktober 17, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Irak: Blutiger Ramadan

Der Irak-Krieg hat die Welt nach Ansicht von Uno-Generalsekretär Kofi Annan nicht sicherer gemacht und nur wenig zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus beigetragen. Die Weltgemeinschaft müsse unverändert hart daran arbeiten, die Sicherheitslage zu verbessern, sagte Annan in einem Interview des britischen Fernsehsenders ITV, das heute ausgestrahlt werden soll. "Ich kann nicht sagen, dass die Welt sicherer geworden ist, wenn Sie die Gewalt um uns herum bedenken, wenn Sie die terroristischen Angriffe in aller Welt sehen, und wenn Sie sehen, was im Irak los ist", sagte Annan nach einer schriftlichen Fassung des Interviews, die ITV vor der Sendung veröffentlichte.

Hm. Aus diesen Äußerungen könnte man auch genauso gut schließen, daß die Welt nicht sicherer geworden ist, seit Kofi Annan UNO-Generalsekretär geworden ist. Aber immerhin, Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Wahlempfehlung: "New York Times" stellt sich hinter Kerry

Gut zwei Wochen vor dem Urnengang mischen sich die großen Zeitungen in Amerika in den Wahlkampf. Die angesehene "New York Times" riet ihren Lesern jetzt, John Kerry die Stimme zu geben. Der Grund: Die Bilanz von Präsident Bush sei katastrophal, finden die Zeitungsmacher. Er habe das Land der radikalen Rechten ausgeliefert.

Womit sich die Mär von einem erdrückenden Pro-Bush-Meinungsklima und der Gleichschaltung der US-Presse endgültig in Luft aufgelöst haben dürfte. Außerdem wissen wir jetzt, was die Begriffe "links" und "rechts" bedeuten. Rechtsradikal ist z. B. das Ziel einer Demokratisierung des Nahen Ostens und den Anschluß der arabischen Welt an die Moderne, während linksliberal offensichtlich heißt, sich für den Erhalt faschistischer Diktaturen einzusetzen, solange diese sich aufs Befüllen ihrer Massengräber konzentrieren und versprechen, ihre Atomraketen nur auf Juden zu richten. Hätte ich zwar früher eher umgekehrt gesehen, aber so kann man sich irren.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Guantanamo-Gefängnis: Gefesselt bei grellem Licht und dröhnender Rap-Musik

Wer in dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba nicht mit Verhörspezialisten kooperieren wollte, war offenbar schlimmen Repressionen ausgesetzt. In den USA werden jetzt schwere Vorwürfe erhoben. Die Zustände erinnern an die Folter in Abu Ghureib, doch das Pentagon schweigt zu den Enthüllungen.

Seltsam. Wenn eine Handvoll Terroristen sich diesen Rap-Mist anhören muß, nennt man es Folter. Wenn hingegen Millionen braver Bürger die Opfer sind, nennt man es Charts. Statt Gefängnisstrafen verdienen die Verantwortlichen dann Millionen, und anstelle von kritischen Medienberichten gibt's Musikpreise. Wird höchste Zeit, daß der SPIEGEL mal eine Reportage zum Thema "Heavy Rotation - Verstoß gegen die Genfer Konvention?" oder "Was wußte die Musikindustrie über die musikalische Qualität von Hip Hop?" macht.

Samstag, Oktober 16, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Gaza-Streifen: Hohe Opferbilanz nach Ende der israelischen Militäraktion

Die israelische Armee hat ihre Offensive im Gaza-Streifen beendet. Sie hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Bei der 16-tägigen Militäraktion, die auf einen palästinensischen Angriff folgte, wurden über 100 Palästinenser getötet und mehrere hundert verletzt.

Richtig so! Bloß nicht erwähnen, das die Toten weit überwiegend zufälligerweise bewaffnet waren. Denn das waren ja schließlich nur "militante Aktivisten", da kann man ruhig neutrale Begriffe wie "getötete Palestinenser" verwenden. Klingt halt so schön harmlos nach Opfern statt nach Tätern.

Freitag, Oktober 15, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Schröder in Libyen: Gaddafis sanfter Händedruck

Ebenso weit liegen die beiden Herren bei der Irak-Politik und anderen internationalen Fragen auseinander. Sie sitzen sich direkt gegenüber, doch der Dialog kommt nur schwer in Gang. Gaddafi philosophiert, nur ein Abzug der US-Truppen könne mehr Sicherheit in der Region bringen. Bei aller Diplomatie weiß Schröder zu solchen Theorien kaum noch etwas zu sagen. Auch der Vorschlag, Europa und Afrika müssten sich gegen die USA vereinen, kann nur mit Mühe und viel Lächeln vom Tisch gebracht werden, so Gesprächsteilnehmer.

Vom Tisch gebracht? Mit einem Lächeln? Das hättet Ihr wohl gerne, Ihr "Gesprächsteilnehmer". Aber da hat Gerd's Kumpel Jacques auch noch das eine oder andere Wörtchen mitzureden. Und ich könnte mich nicht erinnern, daß der sich in der letzten Zeit für das ganze Eurabia-Geschwafel seit den 70er-Jahren entschuldigt oder es wenigstens zurückgenommen hätte. Es kam auch kein Widerspruch von ihm, als französische Politiker sich in den letzten Jahren offen für die atomare Bewaffnung der arabischen Welt oder gleich direkt gegen die Existenz Israels ausgesprochen haben. Und Joschka macht bisher auch nicht den Eindruck, als ob ihm das französische Streben nach neuer Größe bisher schlaflose Nächte bereiten würde. Nein, so einfach kommt Ihr da nicht raus, meine Herren. Ihr wolltet die Achse des Friedens. Jetzt habt Ihr sie. Mitgehangen, mitgefangen.

Vereinigte Staaten: 2,5 Millionen amerikanische Familien "arm"

12. Oktober 2004 Mehr als ein Viertel der Familien in den Vereinigten Staaten mit mindestens einem arbeitenden Elternteil ist gemäß offizieller Statistik einkommensschwach oder arm. Das ergab eine am Dienstag vorgelegte Studie des im Jahre 2001 gegründeten "Working Poor Families Project", das von der Annie-E.-Casey-Stiftung sowie der Ford- und der Rockefeller-Stiftung unterstützt wird.

Hach, tut das dem angeschlagenen deutschen Selbsbewußtsein gut, wenn uns mal wieder aufgezeigt wird, wie schlecht es erst den ansonsten meist so unangenehm überlegenen Amis geht. Und dann noch von einer Zeitschrift mit Wirtschaftskompetenz, der FAZ. So wissen wir jetzt, daß jeder 7. Amerikaner in Haushalten mit weniger als 60% des Durchschnittseinkommen lebt.

Dumm nur, daß es in Deutschland ungefähr jeder 5. ist. Und daß das Pro-Kopf-Einkommen in den USA inzwischen um ein Drittel bis die Hälfte über dem deutschen liegen dürfte. Und daß es gerade hierzulande besonders die Familien mit 2 oder mehr Kindern trifft. Womit sich das mit der FAZ-Wirtschaftskompetenz wohl erledigt haben dürfte.

Aber wie wir aufgrund der Verkaufszahlen der Yellow Press ja schon immer wußten, gibt es für einen armen Schlucker nun mal nichts schöneres, als sich darüber zu mokieren, wie schlecht es die Reichen und Schönen doch haben. Und wenn "Gala" oder "Frau im Spiegel" mit sowas Geld verdienen dürfen, warum dann nicht endlich auch mal die FAZ?

+++ SPIEGEL-Watch +++ Erst Flint, dann Rüsselsheim: Ein Fall für Michael Moore

Mit den angekündigten Massenentlassungen bekommen die entsetzten Opel-Arbeiter in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern nun zu spüren, was ihre General-Motors-Kollegen in den USA schon lange schmerzt: Sie sind nur Rädchen im Getriebe eines Weltkonzerns - und als solche austauschbar.

Man glaubt es kaum: Nachdem Marc Pitzke bereits bei seinen "Berichten" über den US-Wahlkampf im wesentlichen primitiven Agitprop der allerpeinlichsten Art abgeliefert hat, dilettiert er jetzt also auch auf dem Felde der Wirtschaft. Und prompt sind an allem natürlich - wer hätte es gedacht! - mal wieder die bösen Amis schuld.

Nicht eine wirtschaftsfeindliche Politik, die Unternehmen zu Tausenden in die Pleite treibt bzw. sie zu immer neuen Rationalisierungsschüben zwingt, und die daraus resultierende Angst um den Arbeitsplatz, die zusammen mit der grotesk überhöhten Staatsquote den Bürgern immer weniger von jenem Netto läßt, von dem dann eigentlich Opels gekauft werden sollten, tragen die Verantwortung, nein, es ist mal wieder der feiste Kapitalist an der Wall Street (am Ende noch mit dicker Zigarre und einer auffällig großen Nase), der deutsche Arbeiter ins Elend stürzt.

Aber Wirtschaftsexperte Pitzke wird's schon richten. Und wenn schon nicht er persönlich, dann doch zumindest sein alter ego Michael Moore, der beeindruckendste Propagandaspezialist, seit Veit Harlan in Rente gegangen ist. Und Erlöser Moore wird einschweben wie ein Engel, ein paar unvorteilhafte Bilder der GM-Manager schießen, ein paar Kumpelszenen mit ausgewählten Proletariern dazumischen, und am Ende dafür Filmpreise abräumen. Und dann werden die Leute wieder Opels kaufen, und GM wird reuig die Löhne erhöhen und alles wird gut.

P.S.: Aber bitte nicht nach Rüsselsheim, Mikey-Baby. Ich wohne da in der Gegend und möchte mich nur ungern aufregen müssen.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Umfrage: Bürger der US-Alliierten setzen auf Kerry

US-Präsident George W. Bush ist in der Welt nicht sonderlich beliebt. Selbst die Bürger der Länder, die mit den USA verbündet sind, würden Umfragen verschiedener Zeitungen zufolge einen Sieg des Herausforderers John Kerry einer zweiten Amtszeit des amtierenden US-Präsidenten vorziehen.

Nein, so eine Überraschung aber auch! Fragt sich nur, ob das an der verzerrten Amerika-Berichterstattung von SPIEGEL & Co. liegt, oder aber ob umgekehrt besagte Berichterstattung deswegen so verzerrt ist, damit die Ressentiments der potentiellen Leser besser bedient werden können. Und ich weiß nicht, welche Erklärung von beiden die weniger beunruhigende ist.

Dienstag, Oktober 12, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Sorge bei der Atombehörde: Nukleartechnik im Irak verschwunden

Die Internationale Atomenergiebehörde macht sich Sorgen wegen Geräten aus irakischen Atomanlagen, die spurlos verschwunden sind. Die Maschinen könnten zum Bau von Atomwaffen verwendet werden, warnte jetzt IAEA-Chef Baradei.

Da handelt es sich ja offensichtlich um eine Ente! Wie der aufmerksame SPIEGEL-Leser weiß, hatte Saddam nichts, aber auch gar nichts mit Atomwaffen, deren Entwicklung oder auch nur dem Gedanken daran zu tun. Schon vergessen?

Montag, Oktober 11, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Briefe vom Krieg: "Kumpel, der Irak ist echt beschissen"

Warum müssen wir hier unten sterben? Warum unsere Beine verlieren? Michael Moore hat die Briefe von US-Soldaten im Irak zusammengetragen. Sie dokumentieren das alltägliche Töten, die bohrende Angst und die Wut auf einen Präsidenten, der sie aus zweifelhaften Motiven in diesen Krieg geschickt hat. SPIEGEL ONLINE bringt Auszüge.

Auf folgende Nachricht müssen wir hingegen wohl noch ein bißchen warten:

Warum müssen wir hier unten sterben? Warum unsere Beine verlieren? George W. Bush hat die Briefe von politischen Häftlingen im Irak der Saddam-Ära zusammengetragen. Sie dokumentieren das alltägliche Getötetwerden, die bohrende Angst und die Wut auf einen Filmemacher, der sie aus zweifelhaften Motiven in diesen Folterkellern verrecken lassen wollte. SPIEGEL ONLINE bringt Auszüge.

Sonntag, Oktober 10, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Afghanistan-Wahl: Millionenteurer Dilettantismus

Einen Tag nach der Wahl wächst unter den Afghanen die Empörung über die internationalen Organisatoren. Trotz eines 200-Millionen-Euro-Budgets hat das von der Uno betreute Team die historische Abstimmung fast ins Chaos gestürzt. Zwar distanzieren sich die ersten Karzai-Gegner von Aufrufen zur Annullierung, doch der Glaubwürdigkeitschaden ist riesig.

Bei all den vorhandenen und wahrlich nicht überraschenden Mängeln ist die Wahl in Afghanistan immer noch die freieste und fairste, die es je gab. Wo jeder jeden betrügen kann, besteht im übrigen auch keine Gefahr, daß nur einer alle betrügt. Ob die Kandidaten, die jetzt jammern, überhaupt in jedem Einzelfall dafür waren, daß es in Afghanistan jemals Wahlen geben würde, sei im übrigen mal dahingestellt.

Entscheidend bleiben aber vor allem 2 Fakten: Erstens gab es die ersten Wahlen in Afghanistan nur, weil die USA da reingegangen sind und die Taliban zum Teufel gejagt haben. Zweitens sieht man am Verlauf der Wahlen, was passiert, wenn man als Alternative zum US-Unilateralismus auf die Vereinten Nationen setzt. Die ganzen UNO-Fetischisten sollten da mal ernsthaft drüber nachdenken.

Freitag, Oktober 08, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Irak-Bericht: Frankreich wütend �ber US-Schmierkampagne

Die französische Regierung reagierte indigniert auf die schweren Vorwürfe gegen Franzosen im CIA-Abschlussbericht zum Irak. Es sei unerhört, unbewiesene Behauptungen in den Raum zu werfen. Britische Zeitungen wittern ein strategisches Ablenkmanöver der Bush-Regierung.

Komisch. Die Kriegsgegner arbeiten eigentlich mit nichts anderem als unbewiesenen Behauptungen, Vermutungen und Gerüchten, und da finden's alle gaaanz toll. Man braucht nur mit verschwörerischer Mine "Haliburton" zu raunen, und schon steht fest, daß Bush für seinen Vize Cheney das irakische Öl rauben wollte. Michael Moore lebt sogar davon, und statt Kritik erhält er Fimpreise. Niemand spricht da von Schmierkampagne. Aber kaum wagt es mal jemand, auf ein paar Ungereimtheiten beim Verhalten der "Achse des Friedens" hinzuweisen, schreien die Betroffenen gleich "Feuer!".

Donnerstag, Oktober 07, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Atompolitik: Baradei fordert von Iran Aussetzung der Uran-Anreicherung

Tokio - Mohammed al-Baradei bezweifelte jedoch, dass die Iraner derzeit tatsächlich Uran anreichern. "Naja, sie wandeln es um, aber sie reichern nicht Uran an", sagte er während eines Besuchs in der japanischen Hauptstadt Tokio. "Ich rufe sie natürlich auf, die Uran-Anreicherung vollständig auszusetzen und damit Vertrauen zu schaffen." Die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) arbeite weiter mit Iran zusammen. Auch die Europäische Union (EU) bemühe sich weiter um eine Lösung im Atomstreit, sagte Baradei.

Also wie immer man dieses gequälte "Ich rufe sie natürlich auf, die Uran-Anreicherung vollständig auszusetzen und damit Vertrauen zu schaffen" nennen mag, unter Forderung verstehe ich dann doch etwas anderes. Das beschönigende "Naja, sie wandeln es um, aber sie reichern nicht Uran an" tut ein übriges, um den Eindruck zu verstärken, daß hier auf gar keinen Fall irgendetwas von irgendwem gefordert werden soll. Daß der SPIEGEL dieses kriecherische Runterspielen atomarer Bedrohungen bereits als "Forderung" betrachtet, läßt hingegen für die Zukunft Böses ahnen.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Gaza-Offensive: Israels Armee tötet zwei Kinder

Gaza - Vom Tod der beiden etwa zwölf Jahre alten Jungen berichten Augenzeugen und ein Krankenhausarzt. Die Kinder seien nördlich des Flüchtlingslagers Dschabalia im Einsatzgebiet des israelischen Militärs auf dem Weg zur Schule gewesen, als die Panzergranate sie traf.

Das sind so die Schlagzeilen, da wünscht man sich, daß es neben dem Pseudo-Nachrichtenmagazin FOCUS oder der Intellektuellen-Gala STERN eine ernstzunehmende und zugleich halbwegs lesbare Alternative zum SPIEGEL gäbe. Denn eigentlich müßte man Euch nach so einem Titel boykottieren.

Anders als bei den Opfern der Palästinenser sind Kinder nämlich nie das Ziel israelischer Angriffe. Sie geraten höchstens in die Schußlinie, wobei die Frage erlaubt sein darf, was sie da zu suchen haben. Palästinensische Eltern sind wohl die einzigen weltweit, die ihre Kinder nicht von Gefechten fernhalten, sondern sie manchmal in ganzen Busladungen gezielt dorthin schaffen lassen.

Ihr könnt mal davon ausgehen, daß der Kommandant und der Schütze des Panzers sich den Rest Ihres Lebens Vorwürfe machen werden, wieso sie die Kinder nicht bemerkt haben. Das ist nicht wie bei den perversen Spinnern auf der anderen Seite, die auch noch stolz darauf sind, Zivilisten abzuschlachten.

Oder habt Ihr schon mal ein Video gesehen, in dem ein israelischer Soldat stolz als Kindermörder posiert? Oder von einer Verlautbarung der israelischen Armee gehört, in der das Töten von Kindern als Heldentat gefeiert wird? Nein? Dann denkt mal drüber nach, warum das so ist.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Irak-Politik: US-Inspektoren bezichtigen Franzosen der Bestechlichkeit

Der Bericht der US-Waffeninspektoren enthält neuen Sprengstoff für das transatlantische Verhältnis. In dem Report wird behauptet, Franzosen und Russen hätten sich vor dem Krieg von Saddam beschenken und verbotenerweise mit Öl beliefern lassen. Der Diktator habe so versucht, die Abstimmungen im Weltsicherheitsrat zu beeinflussen.

Hey, wieso berichtet Ihr denn jetzt schon darüber? Ist doch erst vor ein paar Monaten ans Licht gekommen, da müßt Ihr schon ein bißchen aufpassen, daß die Sache nicht hochkocht, bevor Sie verjährt ist. Und dann auch noch auf der ersten Seite! Verbannt das wenigstens mal schnell wieder weiter hinten hin in die Rubrik "Dinge über die wir leider berichten müssen, obwohl wir es selber lieber totschweigen würden".

Am Ende stellt irgendjemand dumme Fragen, ob das ganze Gerede von fronssösische "Soft Power" oder der bis nach Grosny reichenden "Achse des Friedens" in Wahrheit nur Fassade für weit profanere Interessen war. Habt Ihr Euch überhaupt schon mal überlegt, wie denn die Friedensbewegung dasteht, wenn sie es in Wirklichkeit war, die dabei war, Blut für Öl zu vergießen?

Ganz zu schweigen vom Imageschaden für die Bundesregierung. Der Kanzler damals in Goslar wirkt im Rückblick jetzt doch wie der letzte Depp, und Fischer wie ein Anfänger, der dem eiskalten Großmachtdenken eines Jacques Chirac immer wieder wie ein Schuljunge auf den Leim geht. Also paßt mal ein bißchen auf, ja? Nicht daß die Friedensmacht Deutschland sich vollends blamiert.

Mittwoch, Oktober 06, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Beitritts-Verhandlungen: Unionspolitiker attackieren EU-Entscheidung

Die Türkei ist durch die heutige Empfehlung der EU-Kommission ein großes Stück näher an Europa herangerückt. Während Rot-Grün das Plazet für Beitrittsverhandlungen begrüßte, kamen vor allem aus München scharfe Töne. Entdeckt die Union ein neues Wahlkampfthema?

Ich wollt aber auch meinen! Hab mich schon gewundert, daß jetzt schon mindestens einige Stunden vergangen sind, und sich immer noch kein Unionspolitiker gefunden hat, der über die Entscheidung der EU-Komission herzieht. Aber jetzt kommt sie langsam auf Touren, die alte, aber mit Ressentiments immer noch gut heizbare schwarze Lokomotive.

Denn kaum wird die Türkei auch nur zu Verhandlungen eingeladen, droht auch schon der Untergang des Abendlandes. Ja, das ist die CDU/CSU, wie wir sie kennen und lieben. Etwas Ausländerfeindlichkeit schüren ist eben in diesem unseren Lande immer noch das Trumpf-As im Ärmel, wenn die Umfragen mal wieder in den Keller sausen.

Und anstatt Schröder & Co. wegen ihrer gefährlichen wie kriecherischen Politik gegenüber extremistischen Muslimen von Ramallah bis Teheran anzugreifen, wird lieber ein bißchen gegen deren gemäßigte Glaubensgenossen in Ankara gehetzt. Kann man nur hoffen, daß sich Angie und Edi wie weiland ihr hessischer Statthalter mit seiner Anti-Ausländer-Unterschriftenaktion auch diesmal wieder aufs peinlichste blamieren.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Geheimdienste: USA sollen Chiracs Telefon abgehört haben

Die Verwerfungen zwischen den USA und Frankreich in Sachen Irak-Krieg sind um eine Note reicher. In einem in Frankreich erscheinenden Buch wird der Vorwurf erhoben, die USA hätten regelmäßig das Telefon des französischen Präsidenten Chirac abgehört.

Na, das wollen wir doch stark hoffen! Auf den kann man gar nicht genug aufpassen. Wer weiß, was für Dummheiten der noch alles macht, wenn man den ein paar Stunden unbeaufsichtigt läßt. Da beruhigt es ungemein zu wissen, daß da wenigstens ein paar Profis ein Auge drauf haben. Oder besser gesagt ein Ohr. Wobei es tatsächlich in Chirac's ureigenstem Interesse wäre, bei seinen Gesprächen in Zukunft ein Bildtelefon zu benutzen.

Dann ließen sich vielleicht endlich die Gerüchte wiederlegen, daß der größenwahnsinnige Führer von Eurabia in seinen Gemächern mit einem Turban auf dem Kopf rumstolziert, die eine Hand napoleonesk ins Hemd gesteckt, mit der anderen die Zahnbürste unter die Nase gehalten, und einem syrischen Terroristenhäuptling, der gerade geistesabwesend die an der Wand hängende "Kultureller Dialog"-Vitrine mit den abgehackten Händen bewundert, einen Vortrag über "Soft Power als Mittel zur Großraumbildung in der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts" hält, während im Hintergrund ein Videorecorder die Bilder vom 11. September zur Marseillaise in Endlosschleife abspult.

Dienstag, Oktober 05, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Naher Osten: "Iran besitzt Langstrecken-Raketen"

Teheran- "Jetzt haben wir die Macht, eine Rakete mit einer Reichweite von 2000 Kilometern abzuschießen", sagte Rafsandschani heute auf einer Rüstungsausstellung in der iranischen Hauptstadt. "Iran ist fest entschlossen, seine militärischen Fähigkeiten zu erweitern", fügte er hinzu. "Wenn die Amerikaner Iran angreifen, wird sich die Welt verändern ... sie werden es nicht wagen, einen solchen Fehler zu begehen".

Nein, so eine Überraschung aber auch! Wer konnte das denn ahnen? Mal gespannt, ob Joschka angesichts der offenen Kriegsdrohungen aus Teheran jetzt "convinced" ist. Dann findet er bestimmt eine angemessene Antwort, wie neulich, als er den Völkermord im Sudan mit ein paar strengen Ermahnungen stoppte. Und was ist an so einer blöden Rakete schon groß gefährlich, wo doch jeder weiß, daß der Iran aus Angst vor Fischer's Sorgenfalten niemals wagen wird, Atomwaffen herzustellen, um sie zu bestücken. Hauptsache, die Amis machen jetzt keinen Scheiß. Denn die sind ja bekanntlich eine viel größere Gefahr für den Weltfrieden.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Saddam/Bin-Laden-Connection: Rumsfeld räumt Irrtum ein

Für die USA war es einer der wichtigsten Gründe für den Irak-Krieg: Die angebliche Verbindung zwischen Saddam Hussein und Terrorchef Osama Bin Laden. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat jetzt erstmals eingeräumt, dass es dafür keine Beweise gibt.

Mal ganz davon abgesehen, daß sich die Sache mit den B- und C-Waffen erst nach dem Regimewechsel in Syrien endgültig aufklären wird (es war schließlich ein gemeinsames Programm der beiden faschistischen Ba'ath-Diktaturen, und in der Wüste in Ostsyrien gibt's schon so ein paar Stellen, die die Amis zu gerne mal umgraben würden), verdreht der SPIEGEL hier mal wieder die Tatsachen.

Es ging nicht darum, nachzuweisen ob der Irak ABC-Waffen besitzt bzw. entsprechende Entwicklungsprogramme unterhält. Umgekehrt mußte der Irak nachweisen, daß dem nicht so ist. Dies ist ihm bis zum Kriegsbeginn nicht mal ansatzweise gelungen. Im übrigen versichert man sich gegen Hagel, nicht gegen Sonnenschein. Und hier wäre es nicht um ein paar häßliche Dellen im Autolack gegangen.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Bremer: "Wir hatten im Irak nie genügend Truppen"

Washington - Der frühere US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, hat schwere Vorwürfe gegen das Pentagon erhoben. Es seien zu keiner Zeit ausreichend Bodentruppen entsendet worden, um im Irak nach dem Sturz Saddam Husseins für Frieden zu sorgen. Er sei am 6. Mai 2003 nach Bagdad gekommen und habe dort erschreckende Plünderungen und eine sehr unsichere Lage vorgefunden, sagte Bremer vor Versicherungsmanagern in White Sulphur Springs.

Hach, das ich das noch erleben darf: Der SPIEGEL kritisiert, daß die USA nach dem Kalten Krieg voll auf die Friedensdividende gesetzt und ihre Armee drastisch verkleinert haben, anstatt anständig aufzurüsten. Denn jetzt reichen nicht mal ein Viertel der aktiven Divisionen für den Irak.

Tja, Rummy, hättste besser mal auf den SPIEGEL gehört und eine Verdoppelung Deines Etats gegen diese sozialstaatsfixierten Weicheier durchgesetzt; dann wäre er sicher voll des Lobes ob dieser weitsichtigen Politik gewesen. Merke: Vom SPIEGEL lernen heißt siegen lernen.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Umfrage: Jeder vierte Amerikaner hat Vorurteile gegen Muslime

Washington - 25 Prozent der US-Bürger haben negative Vorurteile gegenüber Muslimen. Das ergibt eine Studie des Rates für amerikanisch-islamische Beziehungen. Mehr als jeder vierte Befragte stimmte demnach anti-muslimischen Einstellungen zu, etwa, dass der Islam Hass und Gewalt predigt, oder dass Muslime das Leben weniger schätzen als Angehörige anderer Kulturen. 29 Prozent der 1000 interviewten Amerikaner waren der Ansicht, dass Muslime den American Way of Life ändern wollen.

Absolut unverständlich, sowas! Nur weil irgendwer im Namen des Islam Kriege führt, Völker ausrottet, Wolkenkratzer zerstört, Flugzeuge entführt, Pendlerbusse sprengt, Schulen überfällt, Geiseln köpft, Hände abhackt, Frauen steinigt, Kinder ermordet, Märtyrertum bewundert, Haß predigt, Faschisten zujubelt, während die schweigende Mehrheit der Muslime das tut, was schweigende Mehrheiten am besten können, nämlich schweigen, rechtfertigt das noch lange nicht, daß einem der Islam ein bißchen unheimlich ist. Das wäre ja fast so, als ob man die Verbrechen im III. Reich mit den Deutschen in Verbindung bringen würde, obwohl doch nur eine kleine Minderheit NSDAP gewählt hat bzw. nur einige wenige Extremisten irgendwas mit Ausschwitz zu tun hatten. Und Hitler war ja schließlich Österreicher.

Mal im Ernst: Interessant wäre in diesem Zusammenhang sicherlich eine Umfrage unter SPIEGEL-Redakteuren über ihre Vorurteile gegenüber Amerika. Ich denke, angesichts der SPIEGEL-Berichterstattung wären 25 Prozent latenter Antiamerikanismus, ganz zu schweigen von der Bewertung des Präsidenten, seiner Berater oder der Republikanischen Partei, ein wirklich hervorragender Wert. Und zwar auch ohne, daß diese neokonservativen Zeloten erst noch eine F-16 in die Brandswiete 19 jagen müssen.

Montag, Oktober 04, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Nahost-Krise: Annan ruft vergeblich zum Ende der Gewalt auf

Annan erinnerte sowohl Israelis als auch Palästinenser an ihre rechtliche Verpflichtung, die Zivilbevölkerung zu schützen. Er rief Israel auf, die seit Tagen andauernde Offensive im Gaza-Streifen zu stoppen. Zugleich verlangte er von den Palästinensern, gegen Extremisten vorzugehen, die Raketen auf Ziele in Israel abfeuern.

Also das hätte der gute Annan auch einfacher haben können. Israel verlangt schon lange von den Palästinensern, gegen Extremisten vorzugehen, die Raketen auf Ziele in Israel abfeuern. Und würden die palästinensischen Sicherheitskräfte ihren Job machen anstatt mit besagten Extremisten gemeinsame Sache, wäre die Reaktion der IDF erst gar nicht nötig gewesen. Bezeichnend, daß sich die UNO des Themas mal wieder erst annimmt, nachdem den Israelis der Geduldsfaden gerissen ist. Vorher kein Wort, geschweige denn eine Verurteilung, aber dann weinen. Ganz toll, Kofi!

Sonntag, Oktober 03, 2004

Atommacht Iran

Rafsandschani nannte anlässlich des Al-Quds-Tages in Teheran am 14. Dezember 2001 auch ein Ziel einer iranischen Bombe. "Die Anwendung einer einzigen Atombombe würde Israel völlig zerstören, während sie der islamischen Welt nur begrenzte Schäden zufügen würde. Die Unterstützung des Westens für Israel ist geeignet, den Dritten Weltkrieg hervorzubringen, zwischen den Gläubigen, die den Märtyrertod suchen, und jenen, die der Inbegriff der Arroganz sind." Wenn Iran über Atomwaffen verfüge, erklärte Rafsandschani, würden diese im Hinblick auf Israel "nicht nur zur Abschreckung dienen".

Diese klaren Worte kommen wohlgemerkt nicht von irgendwelchen Scharfmachern, sondern von eben jenem Rafsandschani, der jahrelang im Westen als Gemäßigter gehätschelt wurde. Wenn Leute vom Schlage Rafsandschanis aber schon die Gemäßigten sind, dann gute Nacht! Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, daß die Bundesregierung zusammen mit ihren europäischen Verbündeten seit einigen Jahren mit dem Überleben ihrer eigenen Bevölkerung russisches Roulette spielt. So nach dem Motto: Warum immer gleich das schlimmste annehmen, wer sagt denn das in der nächsten Kammer des Revolvers gleich die Patrone sein muß?

Freitag, Oktober 01, 2004

+++ SPIEGEL-Watch +++ Al-Qaida: Sawahiri ruft muslimische Jugend zum Kampf auf

Aiman al-Sawahiri, Stellvertreter von al-Qaida-Chef Osama Bin Laden, hat sich wieder zu Wort gemeldet. Der in den afghanischen Bergen vermutete Terrorist rief zum gemeinsamen Kampf der muslimischen Jugend gegen die "Kreuzritter" auf und sagte, die "Befreiung Palästinas" sei die Pflicht eines jeden Gläubigen.

Oha. Völker, hört die Signale! Wenn da mal nicht jemandem gerade die Märtyrer ausgehen. Klingt doch schon sehr nach Volkssturm, dieser Aufruf.

Was ist und zu welchem Ende treibt Amerika?

Nun ist er also ausgebrochen, der Bürgerkrieg unter den Neokonservativen. Vorbei die beinahe sektenartige Einigkeit im kleinen Kreise jener Rechtsintellektuellen, die radikalislamischen Terror mit – notfalls gewaltsamer – Erziehung zur Demokratie beantworten wollen. Den Irak-Krieg sehen sie als ersten Schritt zur Transformation des Nahen Ostens. 18 Monate nach dem Angriff sind jetzt die Folgen des Zusammenpralls neokonservativer Theorie mit der Realität auch in der Bewegung selbst zu besichtigen. Man speit Gift und Galle – und Amerikas Polit-Intelligenzija schaut gebannt zu.

Da hat der Autor wohl zu tief in die Kristallkugel geschaut, wie es scheint. Genauso wie Fukuyama das "Ende der Geschichte" vorhergesagt hat und damit grandios gescheitert ist, so ist auch die Voraussage eines "Bürgerkriegs" unter den NeoCons vorsichtig ausgedrückt äußerst gewagt. Daß ein seriöses Blatt wie die ZEIT bereits rechtsradikale Spinner wie Pat Buchanan als Kronzeugen heranziehen muß, sagt eigentlich schon alles. Dabei ist es schon traurig genug, daß Krauthammer mit einem offenkundigen Blender wie Fukuyama, der sofort die Flagge streicht, wenn sie mal ein bißchen im Wind flattert, überhaupt in einem Satz erwähnt werden muß.

Wenn jemand "den Neokonservatismus vor der Uferlosigkeit seines Anspruchs retten" will, dann wird er ihn wohl vor sich selber retten müssen. Denn es macht ja gerade das Wesen dieser politischen Strömung aus, daß zynische Realpolitik - endlich, endlich! - durch den "Universalismus des demokratischen Globalismus" ersetzt werden soll. Dabei ist "die Versuchung, die Flagge der Demokratie überall zu pflanzen" bei den NeoCons nicht mal radikal genug formuliert, sondern diese orientieren sich - verständlich, aber auch bedauerlich - ganz bewußt an den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten (sonst wäre beispielsweise Afrika auf der Agenda, ohne erst noch einen eigenen Mohammed Atta hervorbringen zu müssen).

Auf jeden Fall aber sind die Ideen von Wolfowitz & Co. auf diesem viel zu lange diktaturverseuchten Erdenrund der größte Schritt in eine bessere Zukunft, seit Winston Churchill Premierminister wurde. Und selbst wenn "Dubya" Bush ansonsten tatsächlich der Totalausfall wäre, als den man ihn hierzulande so gerne beschreibt: Daß er den NeoCons endlich auch auf der Ebene politischer Entscheidungen das angemessene Gehör verschafft hat, sichert ihm alleine schon einen Platz in den Geschichtsbüchern. Ok, Jacques Chirac wird den auch bekommen, anders als Bush aber sicher nicht auf der Seite mit den Guten, sondern irgendwo zwischen Kardinal Richilieu und Neville Chamberlain. Günstigstenfalls.

Der von der derzeitigen US-Administration hoffentlich endgültig angestoßene "ewige Befreiungskrieg" ist im übrigen tatsächlich ein Befreiungskrieg, aber er wird natürlich nicht ewig dauern, denn spätestens, wenn alle Länder halbwegs demokratisch sind und alle Diktatoren im Kerker von den Haag schmoren, gibt's die große Konfettiparade in Manhattan. Sollte es den Europäern allerdings gelingen, ihn "einzuhegen", dann könnte er wirklich etwas länger dauern. Denn wenn erst mal jeder dahergelaufene Feld-, Wald- und Wiesendespot sein eigenes ABC-Waffenarsenal besitzt, und mit China vielleicht noch eine Supermacht im Rücken hat, die das komisch findet, wird er nicht mehr zu unseren Bedingungen geführt werden können. Es wird dann auch kein Befreiungskrieg mehr sein. Sondern einer ums nackte Überleben.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Irak: Dutzende Opfer bei Anschlagsserie

Mehr als 50 Menschen sind heute im Irak Opfer einer Serie schwerer Autobombenanschläge geworden. Allein in Bagdad starben bei zwei Explosionen mindestens 37 Menschen. Rund 120 Menschen wurden verletzt - nach Krankenhausangaben erlitten viele Kinder Splitterverletzungen.

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie fehlt mir bei der Berichterstattung über diesen Anschlag ein bißchen das Herzblut, mit dem über Beslan berichtet wurde. Und obwohl die Opfer diesmal sogar muslimische Kinder sind, ist weder von arabischen Regierungen noch muslimischen Organisationen größerer Protest zu hören. Auch der werte Herr Bundeskanzler und sein Außenminister sind diesmal offensichtlich noch in der Lage, ihre Empörung mit letzter Kraft zu zügeln. Woran mag das nur liegen?

Vielleicht weil hier nicht gegen die Unterdrücker Tschetscheniens vorgegangen wird, sondern gegen die Befreier Iraks? Und weil genau das eben unersträglich ist, da ein Erfolg der USA Europäern wie Arabern ihre eigene Unfähigkeit und moralische Verkommenheit vor Augen führen würde? Das würde immerhin auch erklären, warum der NATO-"Partner" Frankreich mit arabischen Potentaten und ihren terroristischen Handlangern inzwischen ein besseres Verhältnis pflegt als mit jenem Amerika, ohne das auf der Spitze des Eiffelturms heute ein großes, fettes Hakenkreuz prangen würde.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Rebellenhochburg Samarra: Dutzende Tote bei Offensive der US-Armee

US-Soldaten und irakische Nationalgardisten versuchen seit heute Nacht, mit einer Großoffensive den Widerstand in Samarra zu brechen. Ein ungehinderter Zugang zur Stadt sei "nicht verhandelbar". Laut US-Armee wurden bereits 80 Rebellen getötet.

Hm, vorgestern war die Lage für die Alliierten noch hoffnungslos, weil Städte wie Falludscha oder Samarra von ihren Truppen nicht mehr betreten werden können. Jetzt brauchen sie gerade mal einen halben Tag und stehen wieder im Stadtzentrum, während die Terroristen wie schon in Nadschaf oder Tel Afar wie die Fliegen sterben, gefangen genommen werden oder lieber gleich türmen.

Inzwischen braucht's also gerade noch schlappe 2 Tage, und schon liegt Eure Irak-Berichterstattung wieder mal in Trümmern. Im Ernst, Jungs, ich würde mir an Euer Stelle mal die verantwortlichen Redakteure schnappen und ihnen mal ordentlich die Ohren langziehen. Ihr hattet ja mal einen gewissen Ruf als Nachrichtenmagazin Nr. 1. Aber wenn die so weitermachen, steht Ihr am Ende nur noch da wie die letzten Deppen.

+++ SPIEGEL-Watch +++ Gaza-Streifen: Viele Tote bei israelischem Panzerangriff

In der Siedlung Elei Sinai Nahe der Grenze zu Israel erschossen Militante nach Militärangaben eine israelische Joggerin sowie einen Mann, der Erste Hilfe leisten wollte. Auch zwei Angreifer seien getötet worden. Zu dem Anschlag bekannte sich die Organisation Hamas.

Jaja, diese Militanten, sind halt rauhe Burschen. Kennen wir ja noch von unseren eigenen militanten Kernkraftgegnern, oder auch damals an der Startbahn West. In der einen Hand den Molli, in der anderen den Joint, am Springerstiefel ein bißchen Bullenblut, und im Kopf den Traum von einer besseren Welt. Die haben ja inzwischen schließlich auch alle Ihr Plätzchen in der Gesellschaft gefunden, also was soll die Aufregung?

Man muß eben nicht immer alles gleich dramatisieren. Ist nun mal nicht jeder politische Aktivist, bloß weil er in seinem jugendlichen Ungestüm von Zeit zu Zeit ein paar Zionisten erlegt, gleich ein Mörder, Terrorist oder sowas fieses. Ein bißchen mehr Gelassenheit und Coolness im Umgang mit Typen, die judenmäßig höchstens vielleicht ein bißchen krass drauf sind, das ist es, was gute Deutsche Journalisten im Jahre 2004 auszeichnet.